Entstehung und Geschichte der Kulturgemeinschaft   
  Hörsum e.V.  
 
 
 
Am 17. Februar 1946 fanden sich auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Fricke im heutigen Hotel “ Zur Eule ” in Hörsum trotz Not und Nachkriegselend 84 Männer zusammen, um dem Vereinsleben in Hörsum neue Impulse zu geben. Aus diesem Grundgedanken heraus wurde die Kulturgemeinschaft Hörsum gegründet mit dem Ziel, das deutsche Liedgut zu pflegen und verschiedene Ballspiele bzw. das Turnen zu fördern. Die Gründung der Kulturgemeinschaft Hörsum geschah auf allgemeinen Wunsch der Hörsumer Bevölkerung, vor allem auf wiederholtes Drängen der Jugend.

Viel Idealismus mußte aufgebracht werden, um die oft unüberwindlichen Hindernisse zu beseitigen. Die noch vorhandenen Protokollaufzeichnungen berichten von heute kaum noch denkbaren Schwierigkeiten. Die Beschaffung von Heizmaterial für die Singabende, die Herrichtung des als Gartenland genutzten Sportplatzes bereiteten viel Kopfzerbrechen. Außerdem mußten viele persönliche Meinungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Im Jahre 1947 vermerkt das Protokollbuch unter anderem z.B. “Die Sparte Fußball birgt große Gefahren in sich, welche zum Nachteil der Kulturgemeinschaft (Gesangs-, Turnabteilung und Familienleben) führen kann”. Trotzdem entwickelte sich ein reges Vereinsleben.
 
   
 
Die Mannschaft des SV Hörsum aus dem Jahr 1946 von links nach rechts: Helmut Sievers sen., August Hennies (verstorben), Heinz Nolte (verstorben), Heinz Höbel (verstorben), Fritz Heinßen, Herbert Meyer (verstorben), Manfred Flügge sen., Fritz Knackstedt, Willi Funke, Heinz Frenke und Alfred Hempel.  
 
   
 
Nachdem in den Jahren 1956 bis 1962 der Sportplatz weiter renoviert worden war (der angrenzende Bach wurde verrohrt, Drainage gelegt und an beiden Kopfenden ein vier Meter hoher Zaun gezogen), konnte 1964 ein neues Sporthaus gebaut werden. Ab dieser Zeit hat das jährlich stattfindende Pokalturnier in weiten Kreisen großen Anklang gefunden. Die Sparte Fußball konnte wieder an Geltung gewinnen. Im Jahre 1987 stieg die 1. Herrenmannschaft in die 1. Kreisklasse Staffel B auf und war von 30 Spieltagen allein 26 mal Tabellenführer. Ein Entscheidungsspiel vor über 500 Zuschauern auf dem Sportplatz in Heinde um den Aufstieg in die Kreisliga Hildesheim wurde klar gewonnen. Leider gab es in der Kreisliga und danach in der 1. Kreisklasse nur ein kurzes Gastspiel.

Momentan hat der Verein noch 2 Herrenmannschaften sowie eine Altherrenmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet.

Die Gesangsabteilung des Vereins hatte in den ersten Jahren des Bestehens einen guten Start. An den Übungsabenden nahmen zirka 40 aktive Sänger teil. Die Übungsabende dienten der Pflege des Gesangs, der Freude am Lied und der Geselligkeit. Besonders die Geselligkeit kam in dieser schweren Zeit nicht zu kurz. Als Anreiz für einen noch besseren Besuch der Übungsabende fanden gemütliche Stunden mit Heringsessen und ähnlichem statt. Viele Vergnügen, Kappenfeste und Maskeraden wurden auf dem Flüggeschen Saal gefeiert. Auch führte der Verein große Fahrten und Ausflüge mit nachhaltigen Erlebnissen durch. Das in früheren Jahren ausgetragene Waldfest wurde 1949 im schönen Wölkertal mit den befreundeten Vereinen Langenholzen und Sack wieder zur Tradition. Es waren in all den Jahren, wie auch heute noch, immer Stunden gemeinschaftlicher Freude und festlicher Gesangshöhepunkte. Außerdem wurden fast sämtliche Sängerfeste im Kreise Alfeld besucht.

Am 21. Oktober 1955 wurde der Frauenchor gegründet. Hieraus entstand im Laufe der Zeit der bekannte und noch heute beliebte “ Gemischte Chor ”. Von einer Krise in dieser Abteilung war fortan nicht mehr zu berichten. Regelmäßig wurde am Muttertag und Volkstrauertag öffentlich gesungen. Viele, viele Ständchen sind im Laufe der letzten 50 Jahre gebracht worden und mit manchem befreundeten Verein hat der Chor im edlen Sängerwettstreit gestanden.

Im Jahre 1976 wurde die Kulturgemeinschaft Hörsum in das Vereinsregister beim Amtsgericht Alfeld eingetragen und führt seit dieser Zeit den Zusatz e.V. (eingetragener Verein) als Anhang zum Vereinsnamen.

Die Planung für den Neubau eines Sporthauses mit angegliedertem Mehrzweckraum begann im Jahre 1977. Der geplante Mehrzweckraum sollte nicht nur den Sportlern, sondern auch den Sängern als Ausweichmöglichkeit für die Singabende dienen. Nach umfangreichen Baumaßnahmen wurde im Juni 1978 der neue Sportplatz mit dreiseitigem Ballfangzaun eingeweiht. Bedingt durch die tatkräftige Eigenleistung der Gemeinschaftsmitglieder konnte nach nur zweimonatiger Bauzeit noch im November 1978 das neue Sporthaus mit dem angegliederten Mehrzweckraum gerichtet werden. Einige wenige Mitglieder mußten den Bau vollenden, da die anfängliche Euphorie nicht von Dauer war.  Die Bereitschaft zur Mithilfe aus Sportlerkreisen ließ sehr zu wünschen übrig, obwohl der Bau künftig doch vorrangig von den Sportlern genutzt würde.

Da nun eine geeignete Räumlichkeit zur Verfügung stand, schlossen sich 35 interessierte Frauen im Jahr 1983 zusammen und gründeten eine Gymnastiksparte.

Abschließend bleibt nur noch der Dank an alle Vereinsmitglieder für die Treue und Verbundenheit sowie das aktive Mitgestalten in den einzelnen Sparten unseres Vereins. Dank aber auch dem Dirigenten sowie den Trainern und Übungsleitern unseres Vereins, die zum Teil in unermüdlicher Kleinarbeit die aktiven Mitglieder in den Sparten zu einem Team zusammenfügen. In steter Erinnerung halten wollen wir auch unsere verstorbenen Mitglieder, die mit ihrem Wirken und ihrer Unterstützung dazu beigetragen haben, daß unser Verein einen so beachtlichen Stand erreichen konnte.
 
     
     
     
  Literaturhinweis: Dorfbuch Hörsum  Autor: Friedrich Jansen  
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